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Ich fühle mich gut obwohl mein Leben nicht gut ist warum ist das so gerade so?

J_Lange

Neues Mitglied
Ich habe gerade eine merkwürdige Phase. Auf meiner Arbeit zeigt mein senior mir jeden kleinen Fehler und wie dumm ich eigentlich bin quasi. Ich mache offensichtliche Anfänger fehler, bin aber auch erst in meinem ersten richtigen jahr der entwicklung.

Ich bin 35, bin zu dünn, hab kaum muskeln, mir fallen die Haare aus, ich bin klein also 1,75 groß was für nen Mann in deutschland klein ist. Dazu hab ich nen migrationshintergrund, dunkle haut und einiges an Rassismus erlebt. Ich krieg nich viel Geld für meinen job in dem auch nicht sehr gut bin. Ich lebe inner WG und fast alle meine Freunde leiden unter psychischen kranken (manche sehr schwer). Meine Familie kann sich untereinander nicht leiden und jedes Treffen ist ein Drama oder vorgespielte Liebe.

Ich bin seit über 15 Jahren single und sexlos seit knapp 7. Meine Kleidung ist unmodisch und ich hab einige Falten. Von meinen Zielen bis auf meinen Abschluss hab ich nix erreicht, ich bin nicht so gut in Malen und Zeichnen wie seien wollte, ich mach nicht im Ansatz genug sport. Trotzdem fühl ich mich gerade nicht so schlecht, sogar fast gut aber ich weiss nich warum obwohl es mir vor nicht alzulanger zeit sehr schlecht ging.

Es ist ganz komisch. Unterdrücke ich gerade meine Gefühle? Warum schert mich das alles nicht so sehr? Hab ich aufgegeben? Bin ich in einer Dissoziation ? Ich bin motivierte als je zuvor sport zu treiben und kunst zu machen, aber es ist ganz merkwürdig. Erkennt sich da jemand wieder?
 

FLoki979

Aktives Mitglied
Hi. Also mein erster Impuls war, zu schreiben, ist doch gut, wenn du dich gut fühlst. Ingesamt kann ich dazu ja nichts sagen, die Fragen, die du dir stellst, ob du dissoziierst oder so. Das kannst am Ende nur du heraus finden mit Hilfe eines Profis vielleicht.
Bei mir weiß ich sicher eins: Mein Bauchgefühl hat immer recht. Hast du dazu ein Bauchgefühl?
 

Blume0

Mitglied
Trotzdem fühl ich mich gerade nicht so schlecht, sogar fast gut aber ich weiss nich warum obwohl es mir vor nicht alzulanger zeit sehr schlecht ging.

Es ist ganz komisch. Unterdrücke ich gerade meine Gefühle? Warum schert mich das alles nicht so sehr? Hab ich aufgegeben? Bin ich in einer Dissoziation ? Ich bin motivierte als je zuvor sport zu treiben und kunst zu machen, aber es ist ganz merkwürdig. Erkennt sich da jemand wieder?
Was bedeutet denn "sehr schlecht"? Und auch sonst sind die Infos natürlich sehr fragmentarisch. Normale Stimmungsschwankungen, bipolare Störung, depressive Abstumpfung, Borderline.... das kann hier so niemand sagen.
 

Savay

Aktives Mitglied
Trotzdem fühl ich mich gerade nicht so schlecht, sogar fast gut
Ich finde daran nichts falsches, im Gegenteil.
Es sind ja nicht die Umstände die es einem schlecht gehen lassen, sondern die Einstellung dazu.
Bei manchem kannst du auch einfach nichts ändern, wie zb deiner Größe oder dem Zustand deiner Mitbewohner.
Warum alles dramatisieren, besser ist doch akzeptieren.

Natürlich kann das auch zu weit in die Gleichgültigkeit driften. Aber du schreibst ja, du willst beim Sport was ändern und fühlst dich motiviert.
Dann mach einfach mal. 😉
 

Holunderzweig

Sehr aktives Mitglied
Unterdrücke ich gerade meine Gefühle? Warum schert mich das alles nicht so sehr?
Weil du diese "Negativ-Beschau" - wegen der die meisten Menschen vor sich hinsiechen- weil du das nicht mehr wichtig zu nehmen scheinst, denke ich, glaube ich, dir gehts wie mir.
Ich weiß nicht mehr genau wieso, aber irgendwas fand statt, ( Hirntechnisch?) das unmöglich macht, mich weiter aufzuhalten mit " Kopf-Geschichten", Selbstgesprächen, die runterziehen. Ich wundere mich auch, wieso ich so fröhlich bin. Auch ich frag mich, warum- weil mir alles egal ist?

Man muss sich das mal vorstellen, obwohl es genug Gründe gäbe, die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und sich schrecklich zu fühlen, ( es lässt sich viel Mieses finden, wenn man danach sucht)- obwohl ich Kummer haben könnte, scheint mir dieser ferngehalten zu werden. Ich habe auch das Gefühl, etwas motiviert mich, etwas zieht mich immer hoch, etwas lässt nicht zu, dass ich schlecht habe- das macht froh, das tut gut, das ist echt schön so. Also ich fühle mich privilegiert. Ich bin dankbar, dass ich so hab.
Mir kommt vor, als ob ich die Welt verlassen hätte, wo man sich kränkte, weil etwas nicht klappte, oder weil wer dies oder jenes so hat- was gehts mich an...

Vielleicht ist das Ego zusammengebrochen, du selbst bist jetzt am Zug. Es gibt Wichtigeres, als sich zu ärgern, zu grämen, zu kränken, so nett wirds, wenn man diese Spur verlässt.
 

Holunderzweig

Sehr aktives Mitglied
Ich glaub, das ist wohl das Intelligenteste, was es gibt- ähnlich wie bei dem Spruch: gibt man dir Zitronen, mach Limonade draus- legt man dir Steine in den Weg, dann bau dir ein Haus draus. Bist du "zu dünn" für eine Meisterschaft im Preisboxen, dann freu dich, dass für dich keine gebrochene Nase rausschaut usw.
Was auch immer, alles ist gut- oder eben nicht wirklich relevant. Man kann trotzdem fein leben, auch wenn man kein Tamtam um sich macht. Ich und mein süßer Köter, ich und mein Fahrrad, ich und mein wunderschöner Wanderweg, ich und mein kuscheliges Bett, ich und mein Ideenreichtum, ich und die Gabe, immer was Gutes zu erfinden, zu finden- so ungefähr lebt es sich, wenn man aus sich selbst heraus lebt. Es kann ja sein, dass das eigentlich das wahre Glück ist. Es wächst aus einem selbst heraus, daher endet es nicht. Unabhängig davon, wie man aussieht, wie viel andere haben- wir, ich und mein Selbst, wir machen es uns nett.
Vielleicht hast du endlich zu dir selbst gefunden.
 

_Phoenix2_

Aktives Mitglied
Es ist doch schön, dass es dir gut geht. Ich würde es genießen.

Vieles was du erlebst ist doch gar nicht unbedingt negativ. Zum Beispiel bist du für einen Menschen mit Migrationshintergrund gar nicht klein.
Es ist schlecht, dass deine Freunde krank sind, aber es ist gut, dass ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.
In einer WG zu wohnen ist auch nicht schlecht. Warum sollte das schlecht sein?

Eine dunkle Haut ist auch nicht schlecht. Wir sind alle verschieden. Die Reaktion mancher Menschen darauf ist schlecht.

Ich würde sagen: Ärger dich nicht, dass der Rosenbusch Dornen trägt. Freu dich, dass der Dornenbusch Rosen trägt.
 

Holunderzweig

Sehr aktives Mitglied
Auf meiner Arbeit zeigt mein senior mir jeden kleinen Fehler und wie dumm ich eigentlich bin quasi. Ich mache offensichtliche Anfänger fehler, bin aber auch erst in meinem ersten richtigen jahr der entwicklung.
Vielleicht solltest du auch da eine wertvolle Sache darin sehen- kein Fehler bleibt unentdeckt, du darfst also eine echt sorgfältige Lehre machen, die dir später sehr nützlich sein kann und wird.
Furchtbar wäre, wenn du recht schlampig ausgebildet wirst, wo man dich nicht informiert, was du falsch ( noch nicht richtig) machst.
Oft ist es so, dass man gerade die Talentierten scharf rannimmt, die anderen werden irgendwann aufgegeben, man müht sich um die gar nicht mehr, nutzt eh nix.

Was das Frauenthema betrifft.... Menschen sind keine Wegwerfware, niemand will wirklich von einem zum anderen gereicht werden. Meine Nichte aus München hat jetzt ihren Denize geheiratet, er war ihr "Erster", sie seine "Erste". In seiner Familie mit Migrationshintergrund ist das normal, was bei uns, in unserer Kultur eher nur mehr selten ist. Mein Sohn ist auch zufällig in so einer Ehe, wo es nur ihn gab und gibt und sonst keinen. Das freut mich irrsinnig für meine Schwiegertochter, weil sie nicht mitmachen musste, was bei uns die meisten Mädchen mitmachen. ( Probefahren und an die Wand fahren).
Sag dir also, danke, ich bin bewahrt vor solchen Spielchen, da werde ich rausgehalten. Bei dir offenbahrt sich vielleicht DIE Liebe, die Rumbumser nicht kennen.
 

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