Amaliah
Aktives Mitglied
Wow😃 Das Gedicht gefällt mir!Das Licht
Soll die Welt doch nach mir rufen !
Was will sie denn? - Sie ist so leer.
Man wandert über tausend Stufen
und fragt sich manchmal hinterher,
was man auf dieser langen Reise
nun eigentlich getan, geseh‘n, -
und muss sich schließlich eingesteh‘n,
dass man noch immer nicht sehr weise.
Noch einmal wirft man einen Blick
so voller Sehnsucht, voller Fragen
auf seine Wanderung zurück,
die oft bestand aus Müh‘ und Plagen
und Kummer, Sorgen, Mißgeschick.
Man sieht sich durch das Leben hetzen
und fragt sich endlich voll Entsetzen:
Oh Menschenskind, war das dein Glück?
Es ist so dunkel -, ach so kalt.
Wir steh‘n und warten - endlos lang.
Die Frage ist im Nichts verhallt
und keine Antwort uns erklang.
Schon wollen traurig wir uns wenden
nach vorn, zu gehen Stuf‘ um Stuf‘.
Da plötzlich wie ein ferner Ruf:
du hältst dein Glück doch selbst in Händen.
Und jetzt erscheint mir wie ein Licht,
woran ich nicht mehr glauben mochte:
Ich bot der Liebe Einhalt nicht,
als sie an meine Türen pochte.
Und da hat sie im Frühling mir -
als ich ihn sah - das Glück gebracht.
Fast hätt‘ ich nicht mehr dran gedacht.
Doch nun - oh Licht: ich danke dir.
Ach weißt du noch? - so ruft es leicht.
Ach liebst du noch? - gleich hinterher.
Doch hat‘s nicht an mein Herz gereicht.
Ich liebe nicht - und weiß nichts mehr.
Man zwang mich einst, mich zu betrügen.
Da hilfst auch du jetzt nicht mehr, Licht!
Ich sage dir: ich liebe nicht -
und muss mich wiederum belügen.
© KayKay
Hast du dir das selbst ausgedacht?