Sisandra
Aktiver Nutzer
Entschuldige Sarnade, aber vom Erzieherberuf hast du keine Ahnung.Vor allem war es bequemer für sie. Meine Cousine bezeichnete die Dokumentationspflichten auch mal als "Schriftkram". Das lässt tief blicken, was die Einstellung betrifft. Wenn man all das ablehnt, als Erzieherin nur einfachere Tätigkeiten verrichten, sich nicht weiterbilden und nur ja nichts schriftlich formulieren und auch keine konfliktträchtigen Elterngespräche führen will, braucht man sich aber auch nicht zu wundern, wenn es schwierig ist, für den Beruf eine höhere Bezahlung durchzusetzen. Man kann nun mal nicht alles haben.
Wahrscheinlich wäre es besser, man würde den Beruf nicht mehr als Ausbildungsberuf anbieten, sondern nur im Wege eines FH-Studiums ermöglichen. Da wird wenigstens ein Minimum an schriftlichem Formulieren gefordert, und der Beruf würde dann auch besser bezahlt werden. Man könnte dann ein Gehalt wie im gehobenen Dienst dafür verlangen (Grundschullehrkräfte ohne leitende Funktion sind in den meisten Bundesländern in Besoldungsgruppe A 12 ohne weitere Zulagen). Im Ausland ist die geforderte Qualifikation für den Beruf auch vielfach höher. Aber dann reichen Realschulabschluss oder qualifizierter Hauptschulabschluss für diesen Beruf eben auch nicht mehr aus.....
Die Zeit, die jetzt für Dokumentation aufgewendet werden muss fehlt an anderer Stelle. Und der Schriftkram wird in der Tat immer mehr.
Gleichzeitig gibt es immer mehr Kinder, die auffälliges Verhalten zeigen oder Entwicklungsdefizite haben. Und hinzu kommen Eltern, die mehr oder weniger erwarten, dass sie in Sachen Erziehung nur noch wenig oder nichts mehr tun müssen.
Was die Erzieherausbildung betrifft, so war es schon immer so, dass Fallberichte sowie längere schriftliche Arbeiten Bestandteil waren, zumindest in Bayern.