Hallo zusammen,
ich habe keine konkrete Frage, aber ich merke, wie mich meine Situation psychisch und körperlich kaputtmacht – und vielleicht hilft es, mich einfach mal mitzuteilen. Ich freue mich über jeden, der es liest und einen Beitrag schreibt! Lieben Dank euch
Ich bin 40, geschieden, kinderlos, habe einen stringenten Lebenslauf mit Master und diversen Zusatzqualifikationen. Seit jeher war ich leistungsorientiert – getrieben von dem Gefühl, nur durch Leistung wertvoll zu sein. Ich komme aus einem toxischen Elternhaus, habe mich irgendwann losgelöst, aber der innere Druck ist geblieben.
Ich war über 10 Jahre in einem Unternehmen, konnte dort viel gestalten, wurde aber durch die enorme Arbeitsbelastung krank – Burnout, Depression. Dann war mir klar, dass ich einen Cut machen muss und habe den Job gewechselt. Es lief sehr gut bis ich nach 2 Jahren eine sehr schwere Krankheit hatte - zum Glück habe ich es überstanden und war nach einem Jahr wieder arbeitsfähig. Trotz sehr guter Leistungen war ich "die, die wieder krank werden könnte" und hatte keine Chance mehr mich dort weiterzuentwickeln. Die Gefahr in jemanden zu investieren, der wieder krank werden könnte, war ihnen zu groß.
Daraufhin habe ich gekündigt und hatte meine erste "kurze" Station - die Stelle hatte ich bewusst ausgesucht, mit dem Wissen, dass diese mich nicht erfüllt aber die Rahmenbedingungen hatten gepasst, weniger Verantwortung und weniger Stress. So wurde es mir versprochen. Allerdings kam das Gegenteil und gleichzeitig hat mich mein Mann verlassen - das war dann der Punkt der mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich war ein 3/4 Jahr arbeitsunfähig, habe mich und mein Leben neu geordnet und die Auszeit genommen, die ich brauchte um wieder auf die Beine zu kommen. Und ich bin stolz darauf wie ich das geschafft habe und wie stark ich aus der Situation herausgekommen bin. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen auch finanzielle Schwierigkeiten bekommen und meine Abteilung geschlossen. Ich hätte in einem ganz anderen Bereich wieder zurückkommen können, der nichts mit meinem Studium oder Erfahrung zu tun hatte. Sie wollten mich halten aber das kam für mich nicht in Frage. Dort war ich insgesamt 1,5 Jahre. Übergangslos kam dann die jetzige Stelle.
Nun bin ich seit einigen Monaten in einer Leitungsposition, die ganz anders kam als versprochen. Statt strategischer Freiheit erwartet mich eine völlig überlastete Abteilung, extreme Arbeitslast, kaum fachliche Basis im Team und toxische Gruppendynamik. Zudem sind Aufgaben dabei, die ich fachlich einfach nicht kann und auch nicht können kann. Da passt mein Karriereweg einfach nicht dazu, aber da ja angeblich die Abteilung das Fachwissen hat - was ja nicht der Fall ist - hätte das laut Geschäftsführung kein Problem sein sollen. Alle arbeiten am Limit – inklusive mir. 10–12 Stunden pro Tag sind normal. Ich kann nicht mehr. Ich schlafe schlecht, habe körperliche Beschwerden und sonntags Panik vor der neuen Woche. Ich habe Angst, dass der Stress meine frühere Krankheit zurückbringt.
Ein Geschäftsführer steht hinter mir, unterstützt mich und setzt sich sehr für mich ein. Aber auch er steht unter Druck und kann nicht alles auffangen. Eine Mitarbeiterin musste aus schwerwiegenden Gründen gekündigt werden – ich habe der Entscheidung zugestimmt, weil man bei Lügen und Betrug klare Grenzen ziehen muss. Aber ich hätte nie gedacht, dass wir so lange niemanden finden. Jetzt soll jemand ohne Vorkenntnisse eingestellt werden, was uns nicht wirklich entlastet. Und ich kann in der Situation nicht sagen ich mache das so nicht mehr, wenn ich vorher der Entscheidung zugestimmt habe und auch keine Lösung präsentieren kann - ich bin auch für das Recruiting des neuen Mitarbeitenden zuständig und finde einfach niemanden.
Ich fühle mich wie in einer Sackgasse. Der Markt an passenden Stellen für mich ist schwierig, eine neue Stelle zu finden könnte Monate wenn nicht Jahre dauern. Dazu kommt dass ich das Vertrauen verloren habe, dass es Stellen und Firmen gibt, die besser sind als meine bisherigen. Auch steht mein neuer Partner in einem Jahr vor dem Punkt des Stellenwechsels und wer weiss, wie dann seine Situation ist und nicht, dass ich jetzt und dann nochmal aufgrund eines Umzugs den Job wechseln muss. Zudem ist die Stadt klein, die Firma einflussreich – ein jetziger Wechsel würde sich herumsprechen und ein gutes Zeugnis könnte ich vergessen. Auch bin ich finanziell auf mich alleine gestellt und meine Existenz ist von dem Job abhängig. Ich möchte nicht schon wieder flüchten. Also versuche ich durchzuhalten und abzuwarten, wie sich die Situation ändert, wenn wir wieder eine Person mehr sind und ich die Prozesse und Strukturen effizienter gestalten konnte. Aber wie halte ich solange durch?
Ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe. Ich funktioniere nur noch – und frage mich, was das alles mit mir macht.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand seine Gedanken oder Erfahrungen teilen mag. Ich fühle mich gerade einfach nur erschöpft.
Danke euch für das bis hier hin lesen, eure Avocado
ich habe keine konkrete Frage, aber ich merke, wie mich meine Situation psychisch und körperlich kaputtmacht – und vielleicht hilft es, mich einfach mal mitzuteilen. Ich freue mich über jeden, der es liest und einen Beitrag schreibt! Lieben Dank euch
Ich bin 40, geschieden, kinderlos, habe einen stringenten Lebenslauf mit Master und diversen Zusatzqualifikationen. Seit jeher war ich leistungsorientiert – getrieben von dem Gefühl, nur durch Leistung wertvoll zu sein. Ich komme aus einem toxischen Elternhaus, habe mich irgendwann losgelöst, aber der innere Druck ist geblieben.
Ich war über 10 Jahre in einem Unternehmen, konnte dort viel gestalten, wurde aber durch die enorme Arbeitsbelastung krank – Burnout, Depression. Dann war mir klar, dass ich einen Cut machen muss und habe den Job gewechselt. Es lief sehr gut bis ich nach 2 Jahren eine sehr schwere Krankheit hatte - zum Glück habe ich es überstanden und war nach einem Jahr wieder arbeitsfähig. Trotz sehr guter Leistungen war ich "die, die wieder krank werden könnte" und hatte keine Chance mehr mich dort weiterzuentwickeln. Die Gefahr in jemanden zu investieren, der wieder krank werden könnte, war ihnen zu groß.
Daraufhin habe ich gekündigt und hatte meine erste "kurze" Station - die Stelle hatte ich bewusst ausgesucht, mit dem Wissen, dass diese mich nicht erfüllt aber die Rahmenbedingungen hatten gepasst, weniger Verantwortung und weniger Stress. So wurde es mir versprochen. Allerdings kam das Gegenteil und gleichzeitig hat mich mein Mann verlassen - das war dann der Punkt der mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Ich war ein 3/4 Jahr arbeitsunfähig, habe mich und mein Leben neu geordnet und die Auszeit genommen, die ich brauchte um wieder auf die Beine zu kommen. Und ich bin stolz darauf wie ich das geschafft habe und wie stark ich aus der Situation herausgekommen bin. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen auch finanzielle Schwierigkeiten bekommen und meine Abteilung geschlossen. Ich hätte in einem ganz anderen Bereich wieder zurückkommen können, der nichts mit meinem Studium oder Erfahrung zu tun hatte. Sie wollten mich halten aber das kam für mich nicht in Frage. Dort war ich insgesamt 1,5 Jahre. Übergangslos kam dann die jetzige Stelle.
Nun bin ich seit einigen Monaten in einer Leitungsposition, die ganz anders kam als versprochen. Statt strategischer Freiheit erwartet mich eine völlig überlastete Abteilung, extreme Arbeitslast, kaum fachliche Basis im Team und toxische Gruppendynamik. Zudem sind Aufgaben dabei, die ich fachlich einfach nicht kann und auch nicht können kann. Da passt mein Karriereweg einfach nicht dazu, aber da ja angeblich die Abteilung das Fachwissen hat - was ja nicht der Fall ist - hätte das laut Geschäftsführung kein Problem sein sollen. Alle arbeiten am Limit – inklusive mir. 10–12 Stunden pro Tag sind normal. Ich kann nicht mehr. Ich schlafe schlecht, habe körperliche Beschwerden und sonntags Panik vor der neuen Woche. Ich habe Angst, dass der Stress meine frühere Krankheit zurückbringt.
Ein Geschäftsführer steht hinter mir, unterstützt mich und setzt sich sehr für mich ein. Aber auch er steht unter Druck und kann nicht alles auffangen. Eine Mitarbeiterin musste aus schwerwiegenden Gründen gekündigt werden – ich habe der Entscheidung zugestimmt, weil man bei Lügen und Betrug klare Grenzen ziehen muss. Aber ich hätte nie gedacht, dass wir so lange niemanden finden. Jetzt soll jemand ohne Vorkenntnisse eingestellt werden, was uns nicht wirklich entlastet. Und ich kann in der Situation nicht sagen ich mache das so nicht mehr, wenn ich vorher der Entscheidung zugestimmt habe und auch keine Lösung präsentieren kann - ich bin auch für das Recruiting des neuen Mitarbeitenden zuständig und finde einfach niemanden.
Ich fühle mich wie in einer Sackgasse. Der Markt an passenden Stellen für mich ist schwierig, eine neue Stelle zu finden könnte Monate wenn nicht Jahre dauern. Dazu kommt dass ich das Vertrauen verloren habe, dass es Stellen und Firmen gibt, die besser sind als meine bisherigen. Auch steht mein neuer Partner in einem Jahr vor dem Punkt des Stellenwechsels und wer weiss, wie dann seine Situation ist und nicht, dass ich jetzt und dann nochmal aufgrund eines Umzugs den Job wechseln muss. Zudem ist die Stadt klein, die Firma einflussreich – ein jetziger Wechsel würde sich herumsprechen und ein gutes Zeugnis könnte ich vergessen. Auch bin ich finanziell auf mich alleine gestellt und meine Existenz ist von dem Job abhängig. Ich möchte nicht schon wieder flüchten. Also versuche ich durchzuhalten und abzuwarten, wie sich die Situation ändert, wenn wir wieder eine Person mehr sind und ich die Prozesse und Strukturen effizienter gestalten konnte. Aber wie halte ich solange durch?
Ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe. Ich funktioniere nur noch – und frage mich, was das alles mit mir macht.
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand seine Gedanken oder Erfahrungen teilen mag. Ich fühle mich gerade einfach nur erschöpft.
Danke euch für das bis hier hin lesen, eure Avocado
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