Ist mir jetzt etwas peinlich, dass ich mich nicht so recht auskenne. Aber mir scheint es, dass Israel öfter der Sündenbock und das Opfer ist. Wieso ist das so???
Holocaust, Antisemitismus, aktuell der Angriffskrieg von den Hamas... Was soll denen denn eigentlich noch alles passieren!
Kann mir also bitte jemand erklären, wieso dieser Hass auf Juden existiert??? Sorry, ich verstehe in dem Bereich echt nur Bahnhof und blicks einfach nicht.
Da gibt es vielerlei Gründe, die im Lauf der Geschichte immer wieder gewechselt haben.
Am Anfang ihrer Kultur bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer waren die Juden die wilden Barbaren, die religiös Intoleranten, die das Land selber gewaltsam erobert hatten (steht im AT, bis hin zum brutalen Massenmord an ganzen Stadtbevölkerungen und Versklavung von Kindern), und auch der berühmte König David wird von Historikern heute mehr unter der Rubrik "Räuberhäuptling" geführt, der von seinem abgelegenen Räubernest Jerusalem aus, damals nur eine kleine Klitsche, Überfälle auf Karawanen der umliegenden Großmächte wie Ägypten und Babylon ausführte, was auch vor und nach seiner Zeit normaler Usus war und immer wieder Strafaktionen der geschädigten Nationen nach sich zog, wo die Israeliten regelmäßig Prügel bezogen. Aber sie haben nie draus gelernt und aus übersteigertem Selbstwertgefühl heraus immer wieder die gleichen Fehler begangen, eine Eigenschaft die sich im Nahen Osten bis heute durchzieht, die Palästinenser erweisen sich als ebenso lernresistent.
Dann wurde das Land irgendwann von den Römern besetzt, und da blühte der Fanatismus, die Israeliten warteten auf den großen Volkshelden, den "Messias" oder "Gottessohn" (das waren damals Ehrentitel für Volkshelden!), der die Besetzer aus dem Land prügeln sollte. Wohlgemerkt, die Römer waren als Polytheisten religiös absolut tolerant, ein Gott mehr hat bei denen das Kraut nie fettgemacht und sie dachten auch gar nicht daran, sich in religiöse Belange der besetzten Völker einzumischen. Aber bei den Juden war halt Religion gleich Staat, genauso wie im Islam heute. Es gab im Judentum dieser Zeit immer zwei Führer, einen religiösen und einen weltlichen, die auf Augenhöhe standen und für die verschiedenen Belange des Alltagslebens zuständig waren.
Eine Fremdbesetzung durch "Heiden" mit x Göttern und fremden Kulten die sie mitbrachten und auch in Palästina ausübten, war für sie unerträglich, also gab es Aufstände ohne Ende.
Jesus war einer von denen die als Führer des Aufstandes, als "Messias", vorgesehen waren (aufgrund irgendwelcher dynastischer Linien, nur ein Nachkomme von König David durfte diesen Job machen, weil er nach erfolgreicher Vertreibung der Feinde mutmaßlich zum neuen König des Landes, dem politischen Führer, gekrönt werden würde, und dazu brauchte man die "Adelslinie"),
aber er hat gemerkt daß das ein reines Selbstmordkommando ist, gegen die gesamte Macht des damaligen römischen Imperiums anzutreten, hat sich geweigert und verrückt gespielt, und darum wurde er geschaßt und den Römern als billiges Bauernopfer und Warnung an die anderen Möchtegern-Anführer, wohin eine Weigerung führen kann, zum Fraß vorgeworfen.
Die anderen Anführer waren aber nicht so weitsichtig wie Jesus, haben sich nicht lange bitten lassen, und den Rest kann man wieder in den Geschichtsbüchern nachlesen, Jüdischer Aufstand (oder genauer, eine ganze Kette davon, jeder so erfolglos wie der andere), Zerstörung Jerusalems, Masada, Versklavung und Verschleppung der widerspenstigen jüdischen Bevölkerung in alle Teile des damaligen römischen Reiches, um sie endlich per gewaltsamer Vereinzelung zu "befrieden". Was dann auch endlich geklappt hat.
(Deswegen sage ich auch immer, wer Gettobildung mit allen negativen Folgen zuläßt ist selber schuld, wer Integration will muß "problematische" Zuwanderer vereinzeln und darf nicht zulassen, daß sie sich zu großen Haufen in Städten zusammenballen und dort dann Ärger machen. Das obliegt dem Staat/Bundesland, denn nicht jeder Migrant hat automatisch auch ein Freizügigkeitsrecht, wo er sich selber aussuchen kann wo er leben will.)
In vielen römischen Städten dieser Zeit, also 100 n. Chr. ff., bildeten sich auf diese Weise kleine jüdische Gemeinden, auch im Gebiet des heutigen Deutschland. Da sie dort nur noch ein religiöser Kult unter sehr vielen waren und obendrein unter ständiger Aufsicht standen, mußten sie zwangsläufig kleine Brötchen backen und durften nicht mehr negativ auffallen. Wegen ihrer Kultur des Schrifttums und umfassender Bildung allerdings, in einer Zeit in der nur die wenigsten lesen und schreiben konnten, wurden sie oft zu Beratern der Mächtigen bestellt. Eine Praxis die bis in die Neuzeit bestand, die einzige Person der der paranoide Stalin bis zum Schluß vertraute war sein jüdischer Arzt, weil er genau wußte, den hat er total unter seiner Fuchtel, denn wenn der Arzt ihm was antut zahlt dafür nicht nur der Arzt, sondern dessen ganze Familie und Gemeinschaft.
Und dann rückte so ab 400 allmählich das Christentum ein, beseitigte nach und nach die anderen Kulte und Religionen, oft mit nackter Gewalt, durch Zerstörung fremder Heiligtümer und nicht selten Ermordung der Priester. Das Verhältnis zum Judentum war zwiespältig, einerseits war es eine Religion die an den gleichen Gott und das Alte Testament glaubte, andererseits waren sie eine unerwünschte Konkurrenz, die sich trotz allem Druck nicht bekehren lassen wollte, und die "Christusmörder", und im Lauf der Zeit überwog das letztere Argument.
Die Zeit in der das Christentum die letzten Spuren von Heidentum beseitigte (Bekehrung der Slawen bis ins 13. Jahrhundert) und mit Abweichlern in den eigenen Reihen reinen Tisch machte (Katharer und andere, ab 1200) war auch die Zeit der beginnenden Kreuzzüge und der ersten heftigen Judenpogrome.
Judenverfolgung im Mittelalter: Pogrome | ICEJ Deutschland
Das Christentum dieser Zeit brauchte halt immer jemanden den es beißen konnte, es duldete keine anderen Götter neben sich. Aber auch sein Niedergang begann, in der Zeit der Kolonialisierung, die das Weltbild schlagartig erweiterte, und mit einem erstarkenden Bürgertum in den wachsenden Städten, das die frühere strikte Teilung in Kirche/Adel oben und Bodenkratzer unten aushebelte. Dann Renaissance (die Rückbesinnung auf "heidnisches Wissen"), Aufklärung, französische Revolution (als bekannteste der Revolutionen dieser Zeit), Säkularisierung (u. a. Napoleon), Beginn der Moderne - und der Holocaust.
Möglich gemacht weil die jahrhundertelange Hirnwäsche durch das Christentum, mit den Juden als "Volksfeinden" und Sündenböcken für alle Zwecke, immer noch sehr lebendig war. Daß kurz vorher, Ende 19. Jahrhundert, die überholten Berufsverbote für Juden für aufgehoben erklärt worden waren und daher immer mehr Juden Vermögen erwarben, in gutbezahlten und angesehenen Berufen wie Ärzte und Bankiers tätig waren, hat natürlich auch die nackte Gier der "Christenmenschen" aktiviert, denn bei den Pogromen früherer Zeiten fielen alle Sachwerte der vertriebenen oder ermordeten Juden den Tätern zu. Ergo Wiederholung der bösen Tat bis 1945, nur diesmal mit "deutscher Gründlichkeit" in viel größerem Maßstab als jemals zuvor, und mit modernen Methoden, von der allumfassenden Bürokratie der kein Jude entkam, bis zu Eisenbahnzügen und Gaskammern.
Aber diesmal nicht mehr begründet mit den "Christusmördern", denn das war damals schon ziemlich unerheblich geworden, sondern mit der (eigentlich als Begründung der Sklaverei erfundenen) "Rassentheorie".
Und somit kommen wir zur Jetztzeit, wo der Antisemitismus letztlich rein politisch motiviert ist, mit der Existenz des Staates Israel in einem Gebiet, das nach Ansicht aller Muslime rein muslimisch sein sollte (obwohl dort immer kleine Zahlen von Juden gelebt haben) und, was schlimmer für sie ist, erstens wirtschaftlich und zweitens auch militärisch sehr erfolgreich ist, schon in der Anfangszeit erfolgreich damit war, sich seiner damals eigentlich übermächtigen Feinde zu erwehren. Und Erfolg provoziert halt Neid, vor allem im direkten Vergleich mit den muslimischen Staaten, wo der Erfolg mit der Lupe zu suchen ist. Der Gazastreifen ist der beste Beweis dafür wie unfähig muslimische Regierungen sind, für Fortschritt zu sorgen. Auf ein neues Shanghai, ein neues Hongkong hatte man gehofft - was wurde daraus, ein einziges Elendsviertel, ein riesiges Getto. Und statt die eigenen Fehler zu erkennen und was dran zu ändern, macht man Israel für alles verantwortlich, der Jude als ewiger Sündenbock, die typische nahöstliche Lernunfähigkeit die immer wieder zum Vorschein kommt.